Staupe und Räude 

Im Revier Zumikon stellen die Wildkrankheiten Staupe und Räude eine ernstzunehmende Bedrohung für Wildtiere dar – insbesondere Füchse – und erfordern auch von Hundehalterinnen und Hundehaltern besondere Aufmerksamkeit.


Staupe – hochansteckende Viruserkrankung

Die Staupe ist eine seit 2010 auch im Kanton Zürich nachgewiesene Virusinfektion. Sie betrifft Hunde- und Marderartige (z. B. Fuchs, Dachs, Marder, Frettchen), aber auch andere Raubtiere wie Luchs und Waschbär. Für Menschen und Hauskatzen besteht keine Ansteckungsgefahr.

Symptome bei Wildtieren oder Hunden:

  • schleimig-eitriger Nasen- und Augenausfluss
  • Fieber, Husten, Erbrechen, Durchfall
  • Verhaltensänderungen, Apathie, Bewegungsstörungen
  • Verlust der natürlichen Scheu, z. B. gegenüber Menschen

Übertragung und Risiken:
Die Ansteckung erfolgt meist durch direkten Kontakt mit erkrankten Tieren oder über infizierte Sekrete (z. B. Urin, Kot). Auch indirekter Kontakt über kontaminierte Plätze wie Fuchsbauten ist möglich.

Empfehlungen für Hundehalter:

  • Impfschutz überprüfen und regelmässig erneuern
  • Hunde im Wald und an Waldrändern immer anleinen
  • Verdächtige Wildtiere nicht anfassen, sondern umgehend der Polizei oder Jagdgesellschaft melden


Räude – parasitäre Hautkrankheit

Die Fuchsräude wird durch die Grabmilbe Sarcoptes scabiei verursacht. Sie ist hochansteckend, sowohl unter Wildtieren als auch auf Haustiere wie Hunde und (selten) Menschen übertragbar.

Symptome bei Wildtieren:

  • Hautrötungen, starker Juckreiz, Krusten, Haarausfall
  • Selbstverletzungen durch Kratzen
  • Abmagerung, gestörtes Verhalten, Apathie
  • Auftreten in Siedlungsnähe, Verlust des Fluchtinstinkts

Infektionsweg:

  • Direkter Kontakt mit infizierten Tieren
  • Indirekt durch kontaminierte Orte (z. B. Fuchsbauten), da Milben ausserhalb des Wirts mehrere Wochen überleben können

Hinweise für Hundehalter:

  • Kontakt zu Wildtieren und deren Bauten strikt vermeiden
  • Hunde an der Leine führen – besonders bei bekannten Räudevorkommen
  • Bei Verdacht auf Infektion (Juckreiz, Hautveränderungen) sofort Tierarzt aufsuchen

Räude beim Menschen:
Infektionen beim Menschen verlaufen meist mild („Pseudokrätze“) und heilen von selbst ab. Dennoch sollte nach möglichem Kontakt gründliche Hygiene erfolgen.


Was tun bei Verdacht?

  • Verendete oder auffällige Tiere nicht berühren!
  • Melden Sie Beobachtungen umgehend der Polizei (Tel. 117) oder der Jagdgesellschaft Zumikon.
  • Desinfizieren Sie Hände und reinigen Sie Kleidung oder Tierutensilien nach möglichen Kontakten.


Fazit

Staupe und Räude gefährden nicht nur Wildtiere, sondern auch Hunde. Durch verantwortungsvolles Verhalten, Impfungen und Wachsamkeit können Ausbreitung und Leid verhindert werden.

Gemeinsam schützen wir Wild und Hund – mit Rücksicht, Wissen und Umsicht im Revier.