ZECKEN

Zecken im Revier, der Zumikerwald ist ein Risikogebiet

Auch nach einem strengen, langen Winter werden Zecken und andere Insekten im Frühjahr bei wärmeren Temperaturen wieder aktiv. Das Risiko einer Erkrankung ist nicht auf beruflich gefährdete Personen wie Förster, Jäger, Waldarbeiter oder Landwirte beschränkt. In 90 Prozent der erkrankten Personen infizieren sich bei Freizeitaktivitäten! Also, auch im Garten zu Hause.

Jahreszeitliche Aktivität

Die warme Jahreszeit von Mai bis Oktober ist die Zeit der Nahrungsaufnahme, der Reproduktion und Entwicklung. Die tageszeitliche Aktivität beschränkt sich an warmen Sommertagen auf den Vormittag und den Nachmittag bzw. Abend. Aktivitätsminima finden sich am Mittag bis frühen Nachmittag, da hier die relative Luftfeuchtigkeit am geringsten ist. Bei Temperaturen um 5 Grad stellen die Zecken ihre Aktivität ein und verfallen in eine Starre. Während dieser Jahrezeit halten sich die Tiere in den oberflächlichen Bodenschichten auf.

Lebenszyklus

Der Lebenszyklus der Zecke ist in drei Lebensabschnitte gegliedert. Aus dem Ei schlüpft eine sechsbeinige Larve, aus der sich eine achtbeinige Nymphe entwickelt, die sich wiederum zum erwachsenen (adulten) Tier häutet. Alle drei Entwicklungsstadien (Larve, Nymphe, Adultus) benötigen für ihre Entwicklung jeweils eine Blutmahlzeit, die in der Regel auf unterschiedlichen Wirten eingenommen wird. Adulte Tiere suchen nach der letzten Blutmahlzeit ein Weibchen auf, das kurz danach bis zu 3000 Eier ablegt. Die männlichen Zecken sterben nach der Begattung des Weibchens, die weibliche Zecke erst nach der Eiablage. Der gesamte Lebenszyklus eines Tieres beträgt je nach Biotopanbindung zwischen 1,5 und 4,5 Jahre.

Wirtsfindung "Zecken kommen von unten und nicht von oben"

Bei der Wirtssuche klemmen sich die Zecken mit den hintersten drei Beinpaaren an z. B. einen Grashalm fest maximal auf einer Höhe von circa 80 cm. Sie befinden sich nie auf Bäumen. Das vorderste Beinpaar wird abgespreizt, da sich hier ein Komplex von Reizrezeptoren befindet, der auf chemische, mechanische sowie thermische Reize anspricht. Mit dem bei den Zecken vorkommende Haller`sche Organ, können zudem Substanzen im Schweiß oder Atem des Wirtes registriert werden. Gleichzeitig kann die abgegebene Infrarotstrahlung (Wärmestrahlung) sowie die Erschütterung durch den vorbeiziehenden Wirt wahrgenommen werden. Da Zecken weder springaktive Beine noch flügelvergleichende Körperanhänge besitzen, streift der Wirt die Tiere in der Regel von der Vegetation ab, in Einzelfällen können sie sich auch aus geringer Höhe fallen lassen.

Wie kann man vorbeugen

Mit dem Tragen von geschlossenem Schuhwerk und das Bedecken der Beine mit möglichst eng anliegenden Textilien. Auch ist darauf zu achten, dass die Hose in die Socken/Strümpfe gestülpt wird. Zeckensprays und Puder sind zusätzliche Maßnahmen. Sie wirken aber nur kurze Zeit und sind allein angewendet zu wenig zuverlässig! Suchen Sie Ihren Körper nach einem Aufenthalt in der Natur immer nach Zecken ab, z.B. nach einem Spaziergang oder Gartenarbeit.

Was tun, wen es einem trotzdem erwischt

Eine Zecke sollte möglichst bald entfernt werden, damit das Risiko einer Infektion gesenkt wird. Eine Vorbehandlung mit Gel, Feuer oder Zerquetschen ist unbedingt zu unterlassen, weil dadurch die Erreger erst recht übertragen werden. Borrelien werden von Zecken beim Blutsaugen nicht sofort, sondern erst nach einigen Stunden übertragen. Wenn Sie eine bereits saugende Zecke rechtzeitig entdecken und sachgerecht entfernen, können Sie eine Infektion mit Lyme-Borreliose unter günstigen Umständen vermeiden, auch wenn es sich um eine infizierte Zecke gehandelt hat. Das FSME-Virus kann schon beim Einstechen durch den Zeckenspeichel übertragen werden, sodass eine schnelle Entfernung der Zecke keinen sicheren Schutz vor FSME gewährt. Das Infektionsrisiko wird jedoch erheblich verringert. Eine Impfung gegen FSME ist möglich und wird allen empfohlen, die viel Zeit in der Natur verbringen.

 

Die Zecke wird z.B mit einer Pinzette möglichst hautnah gefasst und durch geraden Zug (nicht drehen) entfernt. Das Zurückbleiben des Stechapparates in der Wunde ist nicht gefährlich und führt höchstens zu einer harmlosen Fremdkörperreaktion.

 

Für die sicherste Entfernung einer Zecke empfehlen wir eine Zeckenkarte, mit der die Zecke nicht gedrückt und der Stechapparat sicher entfernt wird. Sie kann auch bei Haustieren mit Zeckenbefall angewendet werden.

Erkankungen

Krankheiten Lyme-Borreliose Frühsommer- Meningoenzephalitis
Erreger  Bakterium (Borrelia burgdorferi)  Virus (Frühsommer- Meningoenzephalitis- Virus)
Welche Zecken tragen den Erreger? ecken in allen Wäldern, wovon etwa 1/3 den Erreger tragen Zecken vor allem in Hochrisikogebieten, aber auch in Risikogebieten
Welche Organe können erkranken? Haut, Gelenke, Muskeln, Nervensystem, Herz Nervensystem
Ist eine Impfung möglich? Nein Ja
Ist eine Behandlung (Antibiotika) möglich? Ja Nein
Besteht nach der Krankheit eine Immunität? Nein Ja (lebenslänglich)

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